Gunnar Gunnarsson wurde am 18. Mai 1889 als ältestes Kind von Gunnar Helgi Gunnarsson und seiner Frau Katrín Þórarinsdóttir auf dem Hof Valþjófsstaður, dem Nachbarhof von Skriðuklaustur in Fljótsdalur (Stromtal), geboren. Im Frühjahr 1896 zog die Familie nach Ljótsstaðir im Fjord Vopnafjörður, wo Gunnars Mutter am 18. Sept. 1897 an einer Lungenentzündung starb. Am Verlust der Mutter trug Gunnar schwer; er prägte sein Leben und sein Werk nachhaltig.
Wissensdurst
Gunnars Schulbildung bestand aus einigen Wochen Winterunterricht durch einen Wanderlehrer, sowie einem ganzen Winter an der Volksschule in Vopnafjörður. Parallel dazu genoss er die Unterweisung und tatkräftige Förderung des Pastors von Hof. Seinen Wissensdurst stillte Gunnar mit Büchern. Er beließ es nicht allein bei den Isländersagas und isländischer Dichtung, er las auerdem skandinavische Literatur und alle nordischen Übersetzungen literarischer Werke, die ihm zur Verfügung standen, darunter Miltons Verlorenes Paradies und Dantes Göttliche Komödie.
Bereits in jungen Jahren begann Gunnar zu dichten, sowie Kurzgeschichten und Bühnenstücke zu verfassen. Im Alter von nur siebzehn Jahren erschienen seine ersten Werke, Vorljóð (Frühlingsgedichte) und Móðurminning (Gedenken an die Mutter). Diese Gedichtbände bildeten den Anfang seiner Schriftstellerkarriere.







